„Bombe“ versetzt ganz New York in Angst und Schrecken und entpuppt sich dann als Partygag
via Twitter / NYPD Special Ops

„Bombe“ versetzt New York in Angst und Schrecken und entpuppt sich dann als Partygag

vor 2 Wochen

In New York wurde bei Bauarbeiten zufällig eine „Bombe“ entdeckt. Nachdem bereits die ganze Stadt in Aufruhr war, stellte sich heraus, dass es eine Zeitkapsel aus den 80er Jahren war.

Im Flatiron District in Manhatten dachten die Baustellenarbeiter bestimmt, es wäre ein Tag wie jeder andere. Doch dann stießen sie bei Ausgrabungen auf ein seltsames metallenes Objekt. Sie hatten eine waschechte „Bombe“ ausgegraben – dachten sie zumindest.

Dann ging es schnell. Alle näheren Straßen wurden gesperrt, Häuser evakuiert und das Bombenentschärfungskommando gerufen. Manche Leute posteten aufgeregt Fotos und Videos, die den vermeintlichen Sprengkörper in ihrer Nachbarschaft zeigten:

Als das Einsatzkommando der New Yorker Polizei bei der „Bombe“ eintraf, wurde schnell klar: Das ist gar keine richtige Bombe. Vielmehr hatte jemand einen unglücklichen Streich gespielt und eine „Zeitkapsel“ im Bomben-Look unter den Straßen New Yorks vergraben. Die ganze Aufregung war schnell vorbei und selbst die Polizisten nahmen das ganze mit Humor. „Es ist nie gut, wenn jemand das #NYPD rufen muss, wenn deine Zeitkapsel entdeckt wird“, sagten sie über Twitter:

Aber wo kam die Kapsel her und wer bitteschön vergrub diese „Bombe“ mitten in New York? Um das herauszufinden, müssen wir 22 Jahre in der Geschichte der Stadt zurückgehen. Damals gab es dort, wo heute ein Bürogebäude steht, einen berühmten Nachclub. Im legendären „Danceteria“ ließen Superstars wie Madonna, Andy Warhol und die Rolling Stones die Sau raus.

Der Club war zwar nur sieben Jahre lang geöffnet, aber sehr beliebt und für seine legendären Parties bekannt. 1985 schaffte er es sogar in Madonnas Film „Desperately Seeking Susan“. Immer wieder gab es ausgefallene Motti. Eines davon war, eine Zeitkapsel in Bombenform zu vergraben. Das erzählte der damalige Besitzer John Argento dem Blog des New York Magazines. „Es war ein toller Grund, zwei großartige Parties zu haben“, so Argento. „Wir konnten eine Party haben, wenn wir sie befüllen und wir konnten eine zweite Party haben, wenn wir sie feierlich in der Erde vergraben.“ Und genau das taten sie.

Argento hatte die Kapsel in einem Laden für Army-Equipment gekauft. Sie war natürlich keine richtige Bombe, sondern wurde früher zu Übungszwecken genutzt. Schnell landete sie im Club und baumelte dort als Deko von der Decke. Bis Argento und sein Partner Rudolf 1984 auf die Idee kamen, sie in eine Zeitkapsel umzubauen. Der ungefährliche Sprengkörper wanderte von der Decke auf die Tanzfläche und alle Clubgäste durften Briefe und Fotos hineinlegen. Ihr Vermächtnis sollte in 10.000 Jahren von zukünftigen Generationen geöffnet werden. Tja, dieser Teil des Plans ging nicht auf.

Argento vergrub die Kapsel unter einem Parkplatz und machte sich keine Gedanken darüber, dass sie in wenigen Jahrzehnten für ganz schön viel Trubel sorgen könnte. „Das war einfach ein Vorwand, eine Party zu feiern.“, so der Clubbesitzer. „Wir haben es vergessen und sind zur nächsten Party übergegangen.“ Heute kann er sich gar nicht mehr richtig daran erinnern, was in der Kapsel war. „Ich habe gehofft, dass der Inhalt überlebt und will ihn wiederbekommen, weil so viele Leute nach ihm gefragt haben.“

Ob die Erinnerungsstücke die vielen Jahre im Boden überstanden haben, wird sich erst noch zeigen. Wer weiß, vielleicht taucht dort ja das eine oder andere Partyfoto von Madonna und den Rolling Stones auf.

Die Bewohner von New York hatten noch einmal Glück. Aber was passiert, wenn man in der eigenen Nachbarschaft über eine explosionsfähige Bombe stolpert? Immer wieder tauchen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Wir zeigen euch, was dann passiert und wer für die Entschärfung aufkommen muss:

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