Big Ear Radio Observatory and North American AstroPhysical Observatory (NAAPO)

Waren es doch Aliens? Die neue Theorie zum Wow!-Signal ist umstritten

vor 3 Tagen

Update vom 20. Juni 2017:

Vor wenigen Tagen berichteten wir darüber, dass ein US-Forscher vielleicht die Quelle des „Wow!„-Signals identifiziert hat. Antonio Paris vom St. Petersburg College denkt, dass Kometen hinter dem Signal gesteckt hätten. Genauer gesagt Wolken aus Wasserstoff, die die Himmelskörper umgeben. Nun gibt es erste Stimmen, die gegen diese Theorie sprechen.

Nicht nur der SETI-Leiter Seth Shostak meldete sich zu Wort, sondern auch der Wow!-Entdecker Jerry Ehman selbst.

„Ich glaube nicht, dass jemals jemand eine solche Emission von Kometen erfasst hat“, erklärte Shostak gegenüber livescience.com.

Und Jerry Ehman äußerte sich folgendermaßen zur neuen Theorie: „Wir glauben nicht, dass die Zwei-Kometen-Theorie das ‘Wow!‘-Signal erklären kann!“ Der Grund: Das Signal war sehr kurz und hat sich nach dem abrupten Ende nie wiederholt. Die Astronomen können sich nicht vorstellen, dass eine Wasserstoffwolke so ein Signal erzeugen könne. Wie Ehman sagt, hätte das nur passieren können, wenn das Signal abrupt abgebrochen wäre.

Paris vermutet, dass vielleicht ein Fehler im Teleskop dahintergesteckt. Da es das „Big Ear“-Teleskop, mit dem das Signal erfasst wurde, nicht mehr gibt, kann das aber nicht mehr nachgeprüft werden.

Somit geht das Rätselraten um das mysteriöse „Wow!“-Signal weiter.

Originalmeldung vom 7. Juni 2017:

Jahrelang wurde gerätselt, was es mit dem bekannten „Wow!„-Signal aus dem Jahr 1977 auf sich hat. Unter anderem war davon die Rede, dass es sich um eine Botschaft von Außerirdischen handeln könne. Nun glaubt ein US-Forscher die Quelle des Signals identifiziert zu haben.

Aber zuerst ein paar Hintergrundinfos: Das „Wow!“-Signal wurde am 15. August 1977 vom Astrophysiker Jerry R. Ehman im Rahmen eines SETI-Projekts am „Big Ear“-Radioteleskop der Ohio State University empfangen. Das Signal war mit dem 30-fachen der Standardabweichung signifikant stärker als das Hintergrundrauschen. Ein Signal, wie wir es von einer fremden Zivilisation erwarten würden. Beeindruckt davon kritzelte Ehmann ein „Wow!“ an den Rand des Ausdrucks.

Hier ein Bild davon:

"Wow!"-Signal
Ein Scan des namensgebenden Dokuments von Jerry R. Ehman.
© Big Ear Radio Observatory and North American AstroPhysical Observatory (NAAPO)

Leider konnte das Radiosignal kein zweites Mal empfangen werden. Seitdem wird darüber diskutiert, was Ehmann da 1977 empfangen hatte. Der Astronom Antonio Paris vom St. Petersburg College in Florida glaubt nun eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben.

„Big Ear“ horcht immer nur für 72 Sekunden einen bestimmten Bereich des Universums ab. Daher kann man relativ einfach feststellen, in welche Richtung es 1977 blickte. Damals nahm es den Hauptstern Chi Sagittarii im Sternbild Schütze in Visier. Da seither aus dieser Richtung nichts Vergleichbares aufgenommen wurde, gingen Forscher davon aus, dass damals etwas am Sternbild Schütze vorbeigeflogen sein könnte. Aufgrund dieser Annahme schlussfolgerte Antonio Paris wiederum, dass ein Komet für „Wow!“ verantwortlich war.

„Ich kam im Auto auf die Idee. Wenn planetarische Körper sich schnell genug bewegen, könnten sie die Auslöser für das Signal gewesen sein“, erklärte Paris gegenüber „New Scientist„.

Um seine Vermutung zu überprüfen, nahm der Forscher einige Kometen genauer unter die Lupe. Unter anderem 266P/Christensen. Dieser Himmelskörper war 1977 noch nicht bekannt. Als „Wow!“ empfangen wurde, befand er sich jedoch (neben dem 2018 Kometen P/2008 Gibbs) in der Nähe des Sternbildes Schütze. Paris forschte weiter.

SETI empfing das Signal auf einer Frequenz von 1420 Megahertz. Der Frequenzbereich entspricht dem, in dem Wasserstoff strahlt. Ein Element, von dem die Forscher annahmen, dass es einer fortschrittlichen Zivilisation bekannt sein sollte. Also wurde ein Radioteleskop auf 266P/Christensen und drei andere Himmelskörper gerichtet. Das Ergebnis wurde dann mit einem 1.420-Megahertz-Signal verglichen, das in einem Bereich ohne Kometen empfangen wurde.

Es ließ sich bei allen Kometen das typische Emissionssignal des Wasserstoffs nachweisen – Kometen bestehen teilweise aus Wassereis, das durch Sonnenwinde oder UV-Strahlung Wasserstoffgas freisetzt. Abgesehen davon wurde jedes Mal ein Signal beobachtet, das dem rund Sechsfachen des Hintergrundrauschens des Radioteleskops entsprach. Also keine komplette Übereinstimmung mit dem „Wow!“-Signal, aber: Da der Komet vor 40 Jahren wahrscheinlich wesentlich größer war, hätte er damals vermutlich auch ein stärkeres Signal erzeugt.

Sicher ist es also zwar noch immer nicht, dass der Komet 266P/Christensen Jerry R. Ehman damals im Jahr 1977 zum Staunen brachte, aber Paris hat vor, weiter zu forschen, bis er sich sicher sein kann, dass er mit seiner Theorie Recht hat.

Vielleicht gibt es ja Aliens da draußen. Und wenn, dann kann es gut sein, dass sie von einem neuen Raumfahrzeug der NASA aufgespürt werden. Alles was ihr darüber wissen müsst, erfahrt ihr hier:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen: