Screenshot via Vimeo, ::vtol::

Dieser Künstler treibt seine Ausstellung mit seinem eigenen Blut an

vor 2 Wochen

„Blut ist ein ganz besonderer Saft“, sagte schon Mephisto in Goethes Faust. Dass das stimmt, zeigt uns nun der russische Künstler „Vtol“. Er hat eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die nur durch sein Blut angetrieben wird. Ziemlich makaber, aber auch spannend.

Der russische Künstler und Musiker Dmitriy Morozov nahm sich für sein Projekt 18 Monate lang sein eigenes Blut ab, sammelte und konservierte es. Das Ergebnis: 4,5 Liter Blut, die er auf sieben Liter streckte. Insgesamt konstruierte Vtol fünf „Batterien“ mit je 11 Bluttanks. Bei der Ausstellung mit dem Namen „Until I die“ wird mit der Energie aus seinem Blut eine elektronische Klangkulisse erzeugt. Hier könnt ihr euch das Ganze mal anschauen und -hören:

Seine Kreation macht sich die Elektrolyten im menschlichen Blut zu Nutze. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung, die leitfähig ist und zum Beispiel auch in Batterien oder Akkus eingesetzt wird. Kombiniert man die Blut-Elektrolyten mit Aluminium- oder Kupferstäben, wird Strom erzeugt. Pro Batterie entsteht so eine Spannung von 0,6 Volt. Zusammen ergibt das drei Volt mit einer Stromstärke von 1000 mAh.

Mit der Energie wird ein „Axoliti Open Source Synthesizer“ betrieben. Und dieser erzeugt dann Klänge für ganze acht Stunden. Nur der Verstärker wird durch eine herkömmliche Stromquelle versorgt.

Was will uns der Künstler damit sagen? Vtol geht es bei diesem Projekt darum, eins mit seiner Kunst zu werden. Darüber hinaus orientiert sich das Ganze an bekannten russischen Philosophie-Konzepten: Blut-Transfusion wird als ein metaphysischer Akt angesehen – der Künstler teilt sich selbst (durch sein Blut) mit den Zuschauern.

Auch wenn das Ganze etwas makaber wirkt, es weist uns darauf hin, dass unser Körper nicht nur eine Hülle ist. Er ist ein funktionierender Organismus, der ziemlich unglaubliche Fähigkeiten hat.

Nicht nur menschliches Blut hat so einiges drauf: An der Ostküste in den USA liegen viele tote Pfeilschwanzkrebse. Sie werden gejagt – besser gesagt ihr blaues Blut. Aber warum? Wir sind hingefahren und haben es herausgefunden.

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