Das Internet hat dabei geholfen, ein Alien-Rätsel zu lösen
Flickr / Beckie / (CC BY 2.0)

Das Internet hat dabei geholfen, ein Alien-Rätsel zu lösen

vor 3 Monaten

Bisher haben wir noch kein offensichtliches Alien-Signal empfangen können. Selbst, wenn wir es ab und an dachten. Aber was wäre, wenn wir wirklich eine Botschaft einer fortschrittlichen Zivilisation erhalten würden. Würden wir sie überhaupt verstehen?

Dieser Frage ging der Astrophysiker René Heller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen nach, der 2016 eine fingierte Alien-Botschaft ins Netz stellte. Am 26. April 2016 verbreitete er über Facebook und Twitter einen Binär-Code – bestehend aus 1,9 Millionen Zeichen. Im Rahmen der „SETI Decrypt Challenge“ forderte er dazu auf, eine darin kodierte Botschaft zu entschlüsseln. Mittlerweile hat er verraten, wie viele Menschen den Code geknackt haben. Über diesen Link könnt ihr euch die Audio-Version des Signals anhören.

Heller erhielt 300 Zuschriften, von denen 66 die richtige Lösung enthielten. Wie er schreibt, kam rund die Hälfte der Teilnehmer selbst auf die Lösung, während die andere beispielsweise durch öffentliche Diskussionen im Internet den Code knackte.

Seine Schlussfolgerung: „Dieses Experiment zeigt, wie das World Wide Web dabei helfen kann, mögliche zukünftige Nachrichten von extraterrestrischer Intelligenz zu interpretieren und die Entschlüsselbarkeit unserer eigenen interstellaren Botschaften zu testen.“

Alien-Botschaft
Die Alien-Botschaft von René Heller enthielt auch ein Bild eines Aliens.
© arxiv.org / René Heller

Heller konstruierte die Nachricht mit einigen Techniken, die bereits in Radiowellen-Botschaften zum Einsatz kamen, die wir von der Erde aus ins All gesendet haben. In der Nachricht verbergen sich unter anderem verschiedenen Bilder, die entschlüsselt werden können, wenn man die Daten richtig anordnet.

Genauer gesagt in Blöcke mit einer Abmessung von je 359 x 757 Pixel (das sind beides Primzahlen). Diese werden durch Sequenzen aus 757 Nullen und 359 Einsen zu Beginn der Nachricht definiert.

Insgesamt umfasst die Nachricht sieben Seiten (eine weitere Primzahl)
Die nächste Seite besteht aus einer Liste mit Zahlen von 0 bis 756, die mit mit eine System kodiert wurde, das beispielsweise festlegt, wie die Daten geschrieben sind. In Hellers Fall von links nach rechts.

Der Code enthält auch noch das Bild einer Sinuskurve und das eines Aliens, dessen Größe (2,45 Meter) und seine Lebensspanne (180 Jahre).

Hellers Experiment zeigt, dass die globale Gemeinschaft in der Lage ist, eine solche Botschaft zu entschlüsseln. „Die Verteilung in sozialen Medien würde nicht nur ein effizientes Mittel zur Entschlüsselung bieten, sondern auch eine beispiellose Gelegenheit, Menschen auf der ganzen Welt in einer gemeinsamen wissenschaftlichen und kulturellen Anstrengung zu vereinen“, fasst der Astrophysiker zusammen.

Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass uns die Aliens freundlich gesinnt sind, sollten sie jemals versuchen, Kontakt mit uns aufzunehmen.

Die Mitarbeiter des SETI-Instituts haben einen Job, von dem wahrscheinlich viele träumen: Sie suchen im Auftrag der Menschheit nach außerirdischem Leben. Wir haben die Alien-Jäger besucht und erfahren, wie viel Wissenschaft hinter dieser Suche steckt.

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