Studie verblüfft Forscher: Gute Schüler rauchen häufiger Cannabis
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Studie verblüfft Forscher: Gute Schüler rauchen häufiger Cannabis

vor 6 Monaten

Das Wichtigste zu Beginn: Cannabis macht natürlich nicht schlau. Es ist eine Droge und kann sehr gefährlich werden. Das wurde oft wissenschaftlich belegt. Umso verwirrender sind die Ergebnisse einer neuen Studie, auch für die Forscher selbst. Diese stellte fest: Gute und mittelgute Schüler nehmen häufiger Cannabis als schlechte.

Im Rahmen einer Studie des University College London (UCL) wurden sieben Jahre lang 6.059 englische Schüler befragt. Die jüngsten von ihnen waren zu Beginn der Studie elf Jahre alt. Die Forscher wollten herausfinden, wie oft Jugendliche während ihrer Pubertät Alkohol trinken und Zigaretten oder Cannabis rauchen.

Dabei interessierte sie vor allem, wie die anfangs elfjährigen Kinder später, im Alter von 13 bis 20, auf die Suchtmittel reagieren. Um das herauszufinden, sammelten die Forscher Informationen über die Noten und die Gesundheit der Kinder und sprachen regelmäßig  persönlich mit ihnen. Zudem füllten die Jugendlichen Fragebögen aus.

Während der sieben Jahre erfuhren die Forscher also sehr viel über das Verhalten der Jugendlichen. Ihre Schlussfolgerung aus den Daten: Hat ein Elfjähriger gute schulische Leistungen, ist es weniger wahrscheinlich, dass er später Zigaretten rauchen wird. Es ist allerdings umso wahrscheinlicher, dass er regelmäßig Cannabis rauchen wird.

Cannabis
Schüler mit guten Note rauchen weniger Zigaretten, aber mehr Cannabis als die mit schlechten Noten.
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Dabei ist das Wort „regelmäßig“ entscheidend und verblüffte die Versuchsleiter. Vereinzeltes Ausprobieren von Cannabis oder Alkohol ist damit nämlich nicht gemeint. Im Gegenteil: Laut Studie ist es bei sehr guten und mittelguten Schülern sogar wahrscheinlicher, dass sie die Droge regelmäßig nutzen, als bei denen mit schlechten Noten. Bei letzteren ist das Rauchen von Zigaretten jedoch umso wahrscheinlicher.

Natürlich macht das Rauchen von Cannabis nicht schlauer. Die betroffenen Schüler hatten bereits gute Noten, bevor sie damit angefangen haben. Dass sie sich darauf aber eher einlassen als die Jugendlichen mit schlechten schulischen Leistungen, wirft Fragen auf, die jetzt von der Wissenschaft beantwortet werden müssen.

Außerdem hat die Studie einen wichtigen Punkt nicht berücksichtigt: Sie beschäftigte sich nur damit, wie oft die Schüler Cannabis, Zigaretten und Alkohol nutzen. Welche Mengen sie rauchen und trinken, was nicht Teil der Erhebung.

Doch Cannabis ist nicht nur Droge sondern vor allem auch Medikament Seit diesem Monat ist es in Deutschland offiziell auf Rezept erhältlich. So auch bei Maximilian. Er hat ADHS und hält mit medizinischem Cannabis seine Symptome in Schach. Wir haben ihn begleitet:

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