Neues Foto soll beweisen, dass Flugpionierin Amelia Earhart ihren Absturz vor 80 Jahren überlebt hat
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Neues Foto soll beweisen, dass Flugpionierin Amelia Earhart ihren Absturz vor 80 Jahren überlebt hat

vor 1 Woche

Eine der größten Frauen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat eine beeindruckende Geschichte. Und ihr mysteriöser Tod bleibt noch immer ein Rätsel. Hatte man bisher eine eingängige Theorie, könnte ein neu gefundenes Foto alles ändern.

Update vom 13.07.2017:

Ein Foto könnte die bisherige Theorie über Amelia Earharts Tod komplett über den Haufen werfen. Die Geschichte über die berühmte Flugpionierin neu schreiben. Gefunden wurde es von Mitarbeitern des History Channels für eine Spezial-Sendung in den National Archives. Laut der Bildunterschrift wurde es 1937 auf dem Jaluit Atoll der Marshallinseln aufgenommen, die damals von den Japanern kontrolliert wurden. Und das würde heißen, Earhart hat ihren Flugzeugabsturz in den Pazifik überlebt.

Amelia Earhart

Auf dem Bild sieht man den Kai der Insel, zahlreiche Inselbewohner und zwei Weiße. Womöglich Amelia Earhart und ihren Navigator Fred Noonan. Die Haare und die Nase des Mannes passen zu Noonan, der Haarschnitt und die Kleidung der Frau zu Earhart. Und im Hintergrund könnte man meinen, dass das japanische Kriegsschiff etwas hinter sich herzieht mit der Länge von Earharts Maschine.

Amelia Earhart

© National Archives

Einheimische hätten behauptet, den Flugzeugabsturz beobachtet zu haben, bevor die Amerikaner in Verwahrung gebracht wurden. Sie wären in Gefangenschaft gekommen. Die Japaner dachten, sie wären Spione. Und hinter Gittern seien sie gestorben.

Ob man Earharts Tod je belegen kann? Japanische Offizielle gaben an, nichts von einer Gefangenschaft gewusst zu haben. In dem Bericht wird die Neuigkeit nochmal genauer erklärt:

Es bleibt weiterhin eine spannende Geschichte. Wer sie nicht kennt, sollte sie sich hier komplett durchlesen:

Original-Meldung vom 04.11.2016:

Amelia Earhart war eine US-amerikanische Frauenrechtlerin und Flugpionierin. Sie wurde 1897 geboren und gilt seit 1937 als verschollen. Jetzt gibt es neue Hinweise, wie sie gestorben ist.

Schon als kleines Mädchen war sie anders als die anderen. Sie kletterte lieber auf Bäume, als mit Puppen zu spielen. Sie jagte lieber Ratten mit einem Gewehr, als sich über feine Flechtfrisuren zu freuen. Nach der Schule begann sie als Militärkrankenschwester zu arbeiten, bevor sie später ihr Medizin-Studium abbrach. Mit 23 Jahren flog sie zum ersten Mal in einem Flugzeug. Ihre Begeisterung war geweckt.

1928 überquerte Amelia als erste Frau den Atlantik – als Passagierin in einem Flugzeug. Sie wurde gefeiert, interviewt und zur „Frau des Jahres“ gewählt. Schon da begann sie, sich für die Frauenrechte einzusetzen.

Nachdem sie 1932 als erste Frau allein den Atlantik überquerte – dieses Mal im eigenen Flugzeug, sollte sie kurz vor ihrem 40. Geburtstag ihr größtes Abenteuer wagen. Sie wusste noch nicht, dass es auch ihr letztes war: Sie wollte als erster Mensch die Erde entlang des Äquators überfliegen.

Amelia Earhart

Sie startete am 21. Mai 1937 mit ihrem Navigator Fred Noonan in Miami. Schnell hatten sie mit mehreren Zwischenstopps drei Viertel der Strecke hinter sich gelassen. Ihr letzter Abschnitt war der über den Pazifik. Amelia flog die letzte Zwischenstation an, die Howlandinsel. Sie befindet sich mitten im Nirgendwo – etwa auf halber Strecke zwischen Australien und Hawaii.

Dort kam sie nie an. Sie wollte die Insel per Funkpeilung finden. Ein Schiff wartete dort. Amelia gab aber durch, keine Funksprüche zu erhalten. Sie irrte wohl über dem Pazifik hin und her. Irgendwann riss der Funkkontakt komplett ab. Es gibt verschiedene Ursachen für ihr Verschwinden:

  1. Auf den Karten damals war die Howlandinsel zehn Kilometer westlich von ihrer tatsächlichen Lage eingezeichnet.
  2. Navigator Noonan hatte wohl die Position des Flugzeugs falsch berechnet.
  3. Die fehlerhafte Kommunikation mit dem Schiff trug ebenfalls dazu bei.
  4. Durch den bewölkten Himmel war es fast unmöglich, die winzige Insel zu finden. Ihr höchster Punkt liegt bei gerade mal sechs Metern.
  5. Die Funkpeilsysteme des Flugzeugs und des Schiffs waren nicht aufeinander abgestimmt, konnten sich also kaum finden.

Es folgte der größte Suchtrupp in der damaligen Geschichte der Luftfahrt, der vier Millionen Dollar kostete; Amelia, Noonan oder das Flugzeug aber blieben verschwunden. Nach über zwei Wochen wurde die Suche eingestellt. Man ging davon aus, dass sie ins Meer gestürzt waren. Irgendwann sei wohl der Treibstoff ausgegangen. Um ein Mayday abzusetzen, hatte Amelia keine Zeit. Und die Maschine war eine, die – einmal auf Wasser gelandet – schnell unterging. Sie war schwerer als die Flugzeuge ihrer Zeit.

Bis heute weiß man nicht zu einhundert Prozent, was genau passiert ist. Doch es gab Hinweise, Amelia könnte vielleicht auf der 640 Kilometer entfernten Insel Gardner Island – heute Nikumaroro – notgelandet sein. Ein 7,5 Kilometer langes Atoll. Ohne Süßwasser. Und voll mit Palmendieben.

Amelia Earhart

Nikumaroro
7,5 Kilometer lang, 2,5 Kilometer breit
© via Flickr/Mr Minton/CC BY 2.0

1940 fand man dort ein unvollständiges Skelett, einen Damenschuh und eine Kiste, die Navigatoren benutzen. Das Skelett wurde damals als männlich eingestuft, zu Untersuchungen nach Fidschi gebracht und ging dort verloren. Bis heute weiß keiner, wo die Knochen sind.

Die Organisation TIGHAR (The International Group for Historic Aircraft Recovery) schickte die Unterlagen des Funds von damals 1998 zu forensischen Anthropologen. Die stellten fest, dass das Skelett nicht nur weiblich sei, sondern von Alter und Gewicht auch zu Amelia passen würde.

Jetzt gelang ein weiterer Beweis: Durch forensische Spezialisten wurde herausgefunden, dass die Unterarme des Skeletts überdurchschnittlich lang für Frauen des 20. Jahrhunderts waren. Und dass sie genau zu Amelia passen würden. Die Proportionen stimmten perfekt überein. Ohne die Knochen könne man das zwar niemals zweifellos bestätigen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich Amelias Überreste sind, ist sehr hoch.

Immer wieder wurden Überbleibsel aus der damaligen Zeit auf der Insel gefunden: Make-up, Glasflaschen, Reißverschluss, ein Spiegel, Knöpfe, Werkzeuge, Aluminiumblech, das vom Flugzeug stammen könnte. So, als hätten dort Gestrandete auf einer einsamen Insel gelebt.

Lange kann das allerdings nicht gut gegangen sein. Sie sind wohl entweder den Hungertod gestorben oder bereits vorher verdurstet. Noonan ist wohl schon vor ihr verstorben. Seine Überreste und die des Flugzeugs wurden schnell vom Meerwasser weggewaschen – zumindest geht man davon aus.

Wenn diese unglaublich faszinierende Geschichte wirklich wahr ist, wäre zwar ein großes Mysterium in der Flughistorie gelöst. Aber man hätte auch die Gewissheit, dass die Flugpionierin ihre letzten lebenden Tage mutterseelenallein auf einer einsamen Insel zugebracht hat. Ohne Aussicht auf Rettung.

Amelia Earhart

Richtig alte Flugzeuge – auch aus der Zeit von Amelia Earhart – kann man sich auf dem Flugzeug-Friedhof anschauen. Wir waren auf dem größten der Welt und haben Faszinierendes gesehen:

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