So führte der Größenwahn der Maya-Könige zu ihrem eigenen Untergang
via Wikimedia / Jack French

So führte der Größenwahn der Maya-Könige zu ihrem eigenen Untergang

vor 4 Monaten

Was der Größenwahn einzelner Menschen alles anrichten kann, das zeigte die Weltgeschichte leider schon viel zu häufig. Forscher wollen nun herausgefunden haben, dass genau dieser Größenwahn Ursache für die Vernichtung eines gesamten Volkes gewesen sein soll.

Maya-Forscher rund um den Archäologie-Professor Mark Collard von der University of Aberdeen in Scotland und der Fraser University in British Columbia beschäftigen sich im Rahmen einer neuen Studie mit dem Verhalten der Maya zwischen 363 und 888 n. Chr. Insgesamt 144 Schlachten wurden innerhalb dieses Zeitraums detailliert in Steinmonumenten festgehalten. Lange Zeit hatten die Forscher angenommen, der Temperaturanstieg und die damit einhergehende Dürre hätten zu vermehrten Beutezügen der Maya geführt. Die Forscher vermuten nun jedoch, dass es vor allem am Größenwahn der Maya-Könige lag.

Der Machterhalt als Kriegsantrieb

„Es ist wohl naheliegend, den Anstieg der Kriegsführung von damals so zu bewerten, wie wir auch heute häufig über Kriege denken – nämlich als ein Mittel für die Machthaber, um sich ihre Unterstützung zu sichern. Ich vergleiche das auch gerne mit modernen Politikern, die Konflikte mit Nachbarländern nutzen, um von den Problemen im eigenen Land abzulenken“, erklärt Collard. Denn sobald es in der damaligen Zeit zu Unruhen innerhalb des eigenen Volkes kam, mussten die Könige irgendwie für ihren Machterhalt sorgen. Das Mittel ihrer Wahl: Krieg. Denn in Zeiten von Kämpfen um Leben und Tod muss man schließlich zusammenhalten. Doch was genau führte zu diesen Unruhen im Volke der Maya?

Temperaturanstiege von bis zu 3 Grad Celsius

Der Klimawandel. Ja, richtig gehört. So etwas gab es damals auch schon. Die Temperaturen stiegen damals von 28 auf knapp über 30 Grad Celsius an. Das klingt nicht unbedingt viel, doch wenn es um die Durchschnittstemperatur geht, ist das ein enormer Anstieg. Zum Vergleich: Wenn wir über unseren heutigen Klimawandel sprechen, beziehen wir uns dabei auf eine Temperaturveränderung von etwas mehr als einem Grad Celsius.

Auch für die damalige Zeit war das ungewöhnlich, aber – im Gegensatz zu heute – regional begrenzt. Das Bevölkerungswachstum und die damit einhergehenden groß angelegten Abholzungen waren schuld. Wo vorher feuchte Böden die Luft abkühlten, herrschte jetzt Trockenheit.

Als Folge verdörrten die Maisfelder der Maya unter der Hitze. Und hat man Hunger, sinkt die Laune. Dazu wurde der Erfolg eines Maya-Königs auch daran gemessen, wie gut er sein Volk versorgen konnte. War die Maisernte ertragreich, dann war das Volk zufrieden. Und wenn nicht, dann mussten die Anführer eben irgendwie versuchen, ihr Ansehen auf anderen Wegen wiederherzustellen.

Hitze verschärfte Situation

Und die Forscher haben noch eine weitere mögliche Erklärung parat. „Studien haben gezeigt, dass Menschen aggressiver sind, wenn es wärmer ist. Sie werden schneller wütend. Trotzdem glaube ich nicht, dass das einen großen Einfluss im Kontext der Maya hatte“, erklärt Collard. Vermutlich verschärfte dies die ohnehin aufgeheizte Situation jedoch zusätzlich und machte die Maya-Könige noch kampfeslustiger.

Wie es den Menschen an einem Ort ergeht, in dem Temperaturen herrschen wie bei den Maya und es so gut wie nie regnet, erfährst du in diesem Video:

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