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Darum haben die Europäer des 17. Jahrhunderts gerne in Konservengläser gepupst

vor 2 Monaten

Ja, die Behandlungsmethoden waren früher etwas eigen. Klar, die Medizin war einfach noch nicht so weit. Und wenn man nicht weiter weiß, greift man zu kuriosen Maßnahmen. Wie in Gläser pupsen.

Fake ist das nicht, das ist wirklich passiert. Und zwar im 17. Jahrhundert, als eine damals noch mysteriöse Krankheit Millionen dahingerafft hat. Heute wissen wir, dass es die Beulenpest war.

Seit der Antike gab es immer wieder Pest-Epidemien. Mit über 100.000 Toten ist unter anderem die Große Pest von London in die Geschichtsbücher eingegangen, die den Süden Englands 1665 und 1666 traf. Mit etwa 70.000 Menschen starb ein Fünftel der damaligen Bevölkerung Londons. Zwar gab es wesentlich schlimmere Epidemien (im 14. Jahrhundert), sie gilt aber als eine der letzten großen in Europa.

Und da die Ärzte damals noch nicht so weit waren wie heute, wusste man sich nicht zu helfen. Man ging davon aus, dass die schlimme Krankheit über die Luft übertragen wurde. Daher wurden Tag und Nacht Feuer geschürt, um die Luft zu reinigen. Außerdem wurden stark riechende Substanzen wie Pfeffer, Hopfen oder Weihrauch verbrannt. Kinder wurden aufgefordert, Tabak zu rauchen. Ja, man dachte damals wirklich, so könnte man sich nicht anstecken.

Die Mediziner waren ratlos. Die Einwohner wurden angehalten, etwas Übelriechendes in der Nähe zu haben. Würden sie infizierte Luft einatmen – und das irgendwie bemerken – sollten sie an einem starken Gestank schnuppern, um so die Erreger abzutöten. Manche Menschen holten sich daraufhin Ziegen in ihre Wohnungen, die ihren Duft überall verteilten.

Und andere pupsen in Einweckgläser, verschraubten sie schnell und hatten so etwas zu schnüffeln, wann immer sie dachten, sie hätten sich angesteckt.

Ob jemand tatsächlich von der Pest verschont blieb, weil er einen tiefen Zug Pups nahm, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich eher nicht. Aber es ist eine ziemlich witzige Anekdote zu einer ziemlich traurigen Geschichte.

Heutige Pups-Forscher gehen übrigens davon aus, dass Blähungen gut für uns sein können. Sie sind ein Zeichen für vorbildlich arbeitende Darmbakterien.

Die Pest verheerte ganze Landstriche Europas. Doch letzten Endes machte diese schreckliche Zeit viel Gutes erst möglich. Wir begeben uns auf die Spuren eines Pestarztes:

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