Dieser einfache Bluttest kann Krebs erkennen - Jahre, bevor die ersten Symptome auftreten
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Dieser einfache Bluttest kann Krebs erkennen – Jahre, bevor die ersten Symptome auftreten

vor 3 Monaten

Die Krebsforschung macht Fortschritte. Das ist gut. Ein großes Manko ist, dass man Krebs erst erkennt, wenn er schon da ist. Wenn sich bereits ein Tumor gebildet hat. Ein einfacher Bluttest soll nun Auskunft geben können, lange bevor die Symptome auftreten.

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt jährlich an. Und auch, wenn die Heilungschancen mit den Fortschritten in der Medizin wachsen – viel zu viele Menschen sterben an Krebs. Ein Grund ist, dass er manchmal viel zu spät entdeckt wird. Bei vielen erst dann, wenn die Symptome sehr ausgeprägt sind.

Deshalb arbeiten Wissenschaftler an einer Methode, Krebs zu entdecken, bevor er entsteht. Ein Meilenstein in dieser Forschung ist jetzt mit einem einfachen Bluttest gelungen. Normalerweise erkennen Ärzte an einem Tumor, ob er gut- oder bösartig ist, indem sie eine Biopsie durchführen. Dabei wird ein Stück vom kranken Gewebe operativ entnommen und untersucht. Diese Eingriffe sind aber gefährlich und unangenehm. Und es muss bereits ein Tumor da sein.

Eine neue Methode klingt vielversprechend. Sie wird „liquid biopsy“ (also flüssige Biopsie) genannt und funktioniert über eine einfache Blutabnahme, bei der bestimmte Teile der DNA nach Krebszellen untersucht werden. Gesucht wird nach sogenannter zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA). Die Technik ist seit mehreren Jahren bekannt. Bisher wurde sie eingesetzt, um die Erkrankung von Krebspatienten zu „überwachen“. Denn so muss nicht ständig eine Biopsie durchgeführt werden.

Neu ist aber die Früherkennung: Forscher wollten herausfinden, wie sie ctDNA am besten ausfindig machen können – bevor es einen Tumor gibt. Denn während sich langsam ein Tumor bildet, sterben immer wieder Zellen von ihm ab. Die gelangen in unseren Blutkreislauf. Je früher das Stadium, umso weniger Krebszellen und umso schwieriger, diese winzig kleinen Fragmente zu finden.

Am Wochenende wurde eine sehr erfolgreich verlaufene Studie vorgestellt. Dabei wurden Blut- und Gewebeproben von 124 Patienten mit entweder Lungen-, Brust– oder Prostatakrebs hergenommen. Jede Region des zu untersuchenden Genoms wurde dabei 60.000 Mal gescannt, um Fehler auszuschließen.

Die Ergebnisse über ctDNA durch die Bluttests wurden anschließend mit denen der Biopsien verglichen. In 89 Prozent der Fälle konnte mindestens eine genetische Veränderung durch die Bluttests entdeckt werden, die ebenfalls im Gewebe zu finden war. Die Erfolgsquote nur auf Brustkrebs bezogen lag sogar bei 97 Prozent. In diesem Bereich ist die flüssige Biopsie jedoch schon ausgereifter.

Natürlich streben die Wissenschaftler eine einhundertprozentige Übereinstimmung an. Die bisherigen Tests zeigen aber, dass diese Methode Krebszellen schon viel eher entdecken kann, als es eine  Biopsie könnte. Dadurch könne man Krebs schon behandeln, bevor er sich im Körper ausbreitet.

Langfristig gesehen soll man so verschiedenste Krebsarten Jahre vor dem Ausbruch erkennen können. Das macht die Forschung an dieser Methode auch so aufwändig und kompliziert: Denn kein Krebs gleicht dem anderen. Die Suche nach den mutierten Zellen gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.

Was viele gerne vergessen, aber für jegliche Patienten wichtig ist: Blut. Deshalb sollten wir Blut spenden. Aber kann das jeder tun? Und wer kann eigentlich was mit meinem Blut anfangen? All das erfährst du hier:

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