Diese Genmutation führt dazu, dass du nachts nicht schlafen kannst
via flickr / Alyssa L. Miller

Diese Genmutation führt dazu, dass du nachts nicht schlafen kannst

vor 4 Monaten

Quälst du dich auch regelmäßig abends im Bett, weil du einfach nicht einschlafen kannst? Spätestens wenn man die Stunden und Minuten zählt, die man noch bis zum Aufstehen hat, ist an Einschlafen nicht mehr zu denken. Forscher haben jetzt vielleicht die Ursache dafür gefunden: Es könnte eine Genmutation sein, die diese Schlafstörung bewirkt.

In einer neuen Studie haben Gen-Forscherin Alina Patke von der Rockefeller University und ihr Team insgesamt 70 Testpersonen aus sechs verschiedenen Familien untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die „Nachteulen“ unter den Versuchspersonen eine Veränderung eines bestimmten Gens aufwiesen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Gen „CRY1“. Bei Familienmitgliedern ohne „Delayed Sleep-Phase Disorder“ (DSPD) – so wird das verzögerte Schlafphasensyndrom in Fachkreisen auch genannt – wurde diese Genmutation hingegen nicht entdeckt.

Unter den 70 in der Studie untersuchten Familienmitgliedern trugen 39 die CRY1-Mutation in sich. Die erhobenen Daten zeigten, dass die Personen mit Genmutation einen deutlich verzögerten Schlafrhythmus hatten. Ihr Mittelpunkt der Schlafphase war zwischen 6 und 8 Uhr morgens, während dieser bei den anderen Mitgliedern bei etwa 4 Uhr lag. So konnte die Genmutation in direkten Zusammenhang mit der DSPD gebracht werden.

Träger der Genmutation haben längere Tage

„Träger dieser Genmutation haben längere Tage als dieser Planet ihnen gibt. Daher versucht ihr Körper ihr ganzes Leben lang, diesen Unterschied aufzuholen“, erklärt Alina Patke. So beschreibt Patke auch den Fall einer 46-jährigen US-Amerikanerin. Nachdem sie viele Jahre unter ihrem verzögerten Schlafrhythmus gelitten hatte, suchte sie Hilfe in einer Schlafklinik. Patkes Team und andere Forscher analysierten zunächst das alltägliche Schlafverhalten der Frau. Dann wurde sie für zwei Wochen in eine Wohnung gebracht, in der es keine Uhren gab und sie somit nie wusste, wie spät es war. „Es gab keine Fenster, keinen Fernsehen oder Internet“, sagt Patke. „Dann haben wir ihr gesagt, sie solle nach ihrer eigenen Uhr leben, essen und schlafen, wie ihr Körper es ihr gesagt hat.“ In dieser Isolation lebte die Frau einen Rhythmus, der eine Stunde länger war als der typische 24-Stunden-Zyklus. Und ihr Schlaf war nicht – wie wir es kennen – durchgehend, sondern in mehrere Phasen aufgeteilt.

Aber nicht bei allen, die Schlafstörungen haben, ist eine Genmutation die Ursache. Patke selbst beschreibt sich als „Nachteule“, obwohl sie nicht von dieser Genmutation betroffen ist. Trotzdem scheinen viele Menschen, die an einer solchen Schlafstörung leiden, auch die Genmutation zu haben. Diese Entdeckung der Forscher könnte auf lange Sicht sehr hilfreich sein. „Zu verstehen, wie unsere innere Uhr kontrolliert wird, öffnet Türen, um unseren inneren Uhrzeiger irgendwann mit Medikamenten zu manipulieren“, so Patke. Solche Medikamente könnten dann auch Menschen helfen, die unter einem Jetlag leiden.

Tipps zur guten Schlafhygiene

Doch auch in näherer Zukunft können sich Menschen mit dieser Genmutation selbst helfen, wie Patke betont. Das Schlagwort hier ist „Schlafhygiene“. Für eine gute Schlafhygiene, egal ob du unter Schlafstörungen leidest oder nicht, musst du folgende Dinge beachten:

  • Jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett gehen, auch am Wochenende
  • Jeden Morgen zur gleichen Zeit aufwachen, auch am Wochenende
  • Am späten Abend helles Licht vom Laptop oder Smartphone vermeiden
  • Morgens als erstes direkt nach draußen ins Tageslicht gehen

Na dann mal ab ins Bett und ausprobieren.

Wie du für eine bessere Schlafhygiene helles Licht am Abend vermeiden kannst, ohne ganz auf dein Handy verzichten zu müssen, erklären wir dir hier:

 

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