Weltraumnation Asgardia kündigt Start ins All für 2017 an
via Asgardia

Weltraumnation Asgardia kündigt Start ins All für 2017 an

vor 3 Monaten

Update vom 13.06.: Als sich letztes Jahr die Weltraumnation Asgardia in Paris gründete, glaubte wohl so gut wie niemand, dass sie es jemals ins All schafft. Jetzt steht der erste Start tatsächlich bevor. Asgardia schickt jemanden in den Weltraum. Allerdings nur einen Satelliten mit den Daten der Asgardianer. Immerhin ein Anfang. 

Den Start der mechanischen Vorhut verkündete der „Staatsgründer“, Igor Ashurbeiyli soeben in einem Livestream aus Hong Kong:

Der Raketeningenieur Ashurbeiyli erklärte, damit beweisen zu wollen, dass der Weltall durchaus in Reichweite seiner „Nation“ liege. „Asgardia-1 ist der erste kleine Schritt, der hoffentlich zu einem großen Schritt für die Menschheit wird“, verkündete er in der Pressekonferenz.

Bereits im September soll der Satellit ins All starten, während die Asgardianer vorerst auf der Erde bleiben. Mehr als 500.000 Menschen haben bereits versucht, sich für eine Staatsbürgerschaft zu registrieren. 200.000 sind tatsächlich Mitglieder geworden. Sie können auf der Homepage ihrer Nation jetzt über die Verfassung abstimmen.  Dass eine solche Staatsbürgerschaft die irdischen Gesetzgeber vorerst nicht wirklich interessiert, ist allerdings ebenfalls klar.

Originalmeldung vom 14.10.2016:

Eine Gruppe Wissenschaftler möchten eine neue Nation mit dem Namen Asgardia erschaffen. Das Besondere: Sie soll sichnicht auf unserer Erde, sondern im All befinden. 

Für manche ist die Welt nicht genug. Sie wollen auf den Mond, den Mars oder in ferne Galaxien reisen. So auch Igor Ashurbeiyli, Gründervater von Asgardia. Mit seinem 2013 ins Leben gerufenen Aerospace International Research Center will er das Weltall besiedeln. Das Center mit Sitz in Wien hat ein internationales Team an Experten, welche alle daran arbeiten, die Weltraumnation schnellstmöglich ins All zu bringen.

Weltraumnation

„In Asgardia sind wir alle Erdlinge“

Bei der Ankündigung am 12. Oktober stellte Ashurbeiyli die Pläne für Asgardia vor.  Sein Hauptanliegen ist es, dass jeder Bürger der Welt, egal woher er kommt, welche Religion er hat oder wie groß der Geldbeutel ist, Mitglied von Asgardia sein kann. Und zwar, ohne die Probleme, mit denen wir auf der Erde kämpfen. Wie er das macht? Auf Asgardia wird es keine abgegrenzten Bereiche, Nationen und Religionen geben: Jeder der dort lebt, ist einfach nur Erdling.

Er ist überzeugt, dass Asgardia zukünftiges UN-Mitglied sein wird. Das heißt, es soll eine eigene Regierung, Botschaften, eine Flagge, ein Wappen und sogar eine eigene Hymne haben.

Staatsbürgerschaft: Asgardien

Erstmal sollen Weltraumgesetzte her, um Monopole zu vermeiden und Menschen vor Angriffen aus dem Weltall zu schützen. Daran denkt hier unten tatsächlich keiner. Das ganze nennt er „Astropolitik“.

Eine weitere brennende Frage ist die der Staatsbürgerschaft. Ashurbeiyli stellt sich das so vor: Die ersten Asgardier leben in einer Raumstation. Sie erforschen das Weltall, leisten die Pionierarbeit – und bringen ihr Geld mit. Die ersten 100.000 Anmelder – so verspricht Ashurbeiyli – seien auf jeden Fall dabei. Ihr Auftrag: Eine friedliche Besiedelung des Alls, Schutz der Erde vor jeglicher Weltraumgefahr und die freie Entfaltung der Wissenschaft.

Wann es startet

Die Forscher möchten zum 60. Jubiläum des ersten Satelliten im Weltall ihren ersten Asgardia-Satelliten 2017 ins All schicken. Derzeit rufen sie dazu auf, die Flagge und das Wappen der neuen Nation zu designen. Die Vorschläge kann man noch bis zum 20. Januar 2017 hier und hier einsenden. Sogar die Komposition der Hymne überlassen sie den Erdlingen.

Wie du beitreten kannst

Asgardia

Es ist erstaunlich einfach. In diesem Formular musst du nur Name, Email und Heimatland angeben und bestätigten, dass du über 18 Jahre als bist und schwupps, bist du Bürger oder Bürgerin von Asgardia. Die einzige Bedingung, die Asgardia selbst auf ihrer Homepage nennt: Man muss ein Mensch sein, der auf der Erde lebt.

Zweifel

Ganz so einfach wie sich das Ashurbeiyli vorstellt, ist das natürlich nicht. Das größte Problem stellt die derzeitige Gesetzeslage dar  – deshalb möchte er die auch ändern. Die besagt nämlich, dass kein Land auf der Erde ein Stück aus dem Weltall sein eigen nennen darf. Ein weiteres Problem ist die Finanzierung. Die Reise ins All zu ist immer noch extrem teuer. Derzeit wird Asgardia nur durch Ashurbeiyli selbst finanziert, es soll aber ein Crowdfunding-Projekt gestartet werden.

Auch Elon Musk möchte das Weltall besiedeln. Er möchte dies auf dem Mars versuchen – und zwar schon in zehn Jahren.  Aber wie realistisch ist das?  Werden wir es tatsächlich bald auf den roten Planeten leben?

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