Urvölker bauten in Peru einen Vulkan nach – jetzt glaubt man zu wissen, wofür
Copyright: Robert Benfer / Andrés Ocás

Urvölker bauten in Peru einen künstlichen Vulkan – jetzt glaubt man zu wissen, wofür

vor 1 Monat

In den Sechzigern wurde in Peru ein Tempel in Vulkanform entdeckt. Seitdem rätselte man, wozu er gebaut wurde. Jetzt meinen Wissenschaftler, den Grund herausgefunden zu haben.

Der Tempel im Nepeña Valley in Peru wurde aus Erde errichtet. Er ist ungefähr 15 Meter hoch und an den Außenkanten rund 18 Meter lang. Seine Grundform ist die einer Pyramide – doch mit weicheren Linien und einem riesigen Krater in der Mitte, wie ihr hier sehen könnt:

El Volcán
Der Tempel sieht aus wie ein Vulkan.
© via YouTube / ShantiUniverse

El Volcán
Er ist auch aus großer Entfernung zu sehen.
© Copyright: Robert Benfer / Andrés Ocás

Weil der Tempel ganz genauso aussieht wie ein Vulkan, wurde er El Volcán genannt. Von wem er gebaut wurde und wie alt er ist, ist nicht genau bekannt. Es wird geschätzt, dass er zwischen 900 und 200 vor Christus errichtet wurde.

Wieso man einen Erdhügel im Vulkan-Look baut, gab Forschern bisher Rätsel auf. Manche dachten, dass es eine natürliche Erdaufschüttung war. Andere hielten es für einen Wasserspeicher. Dank einer Studie von Robert Benfer und Andrés Ocás von der University of Missouri ist nun klar, was es wirklich ist: ein religiöses Zentrum. Der Vulkan-Bau ist von Bergen umgeben – man sieht ihn also von allen Seiten. Damit waren Zeremonien in dem Tempel auch in größerem Abstand gut zu sehen.

Aber für was für Zeremonien braucht man einen nachgebauten Vulkan? Dazu müsst ihr zunächst wissen, was Benfer und die anderen Forscher bei ihren Ausgrabungen im Inneren des Kraters fanden: Eine geheime Treppe, die bereits in sich zusammengebrochen war. Hier seht ihr die Ausgrabungsstelle:

El Volcán
Bei Ausgrabungen wurde entdeckt, dass es im „Krater“ des künstlichen Vulkans Wände und einen Boden gibt.
© Copyright: Robert Benfer / Andrés Ocás

Die Treppe führte in eine Kammer mit Bänken und einer Feuerstelle. Darin fanden sie Überreste von verkohltem Holz und Teile einer Schale. Damit wurden vermutliche riesige Feuer gezündet. Das letzte von ihnen erlosch laut Untersuchungen ungefähr 1600. Na, wisst ihr schon, was damit angestellt wurde? Es wird euch wohl überraschen, aber die Forscher vermuten, dass es zu diesem Zweck war:

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Kein Scherz. Das ist das Einzige, was den Forschern logisch erscheint. Sie glauben, dass Urvölker in dem Tempel riesige Feuer angezündet haben, um besondere Events zu feiern. Dabei tippen sie vor allem auf Sonnenfinsternisse. Davon gab es im 16. Jahrhundert übrigens besonders viele. Ganze vier Stück ereigneten sich in den Jahren 1521, 1538, 1539 und 1543. „Diese Erscheinungen in so einer so kurzen Zeit hätten Feste verlangt“, meint das Forscherteam. „Womöglich war El Volcáns Feuerstelle ein Ort, an dem der Sieg des Mondes (und des Meeres) über die Sonne (und das Land) gefeiert wurde.“

Die Bewohner haben sich also so sehr über die Sonnenfinsternisse gefreut, dass sie eine riesige Party geschmissen haben. Und das wirklich im ganz großen Stil – mit einem nachgebauten Vulkan als Party-Deko. Allerdings gibt es immer noch einige Rätsel zu lösen: In der Umgebung des Tempels gibt es keinen einzigen natürlichen Vulkan. Woher wussten die Erbauer also, wie die feuerspuckenden Formationen aussehen? Und wer hat ihn erbaut? Haben ihn im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Völker benutzt? Diese Fragen werden hoffentlich durch zukünftige Entdeckungen beantwortet.

Mitten im Urwald von Chile liegt ein anderer spektakulärer Vulkan-Bau. Dort gibt es ein Hotel, das aus Vulkangestein errichtet wurde und einen eigenen Wasserfall und Blick auf einen natürlichen Vulkan hat. Wie das aussieht, könnt ihr hier ansehen:

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