via ESA/DLR/FU Berlin / CC BY-SA 3.0 IGO

Spuren von Riesenflutwellen auf dem Mars gefunden

vor 3 Wochen

Das wohl bekannteste Merkmal des Mars ist seine Farbe. Er wird nicht umsonst „Roter Planet“ genannt, seine Oberfläche ist nämlich sehr trocken und daher rostbraun. Doch nun entdeckten Astronomen eine längst vergangene Etappe in seiner Geschichte: Er war Schauplatz gigantischer Flutwellen, deren Folgen noch heute zu sehen sind.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erhielt von der europäischen Sonde „Mars-Express“ erstaunliche Aufnahmen.  Sie zeigen die Kasei Valles. Dort befindet sich eines der größten Talsysteme des Roten Planeten mit einer Länge von etwa dreitausend Kilometern. Riesige Krater formen die sandfarbene Landschaft. Doch Astronomen sehen noch etwas ganz anderes: die uralten Spuren reißender Wasserströme.

Laut den Planetenforschern des DLR wurden die Täler in der Region vor rund 3,4 Milliarden Jahren von einzelnen gigantischen Fluten geformt. Das zeigt die geradlinige Form ihrer Furchen. Diese kommt nur zustande, wenn sich riesige Wellen mit enormer Wucht den Weg bahnen. Gleichmäßigere Wasserströme hinterlassen nämlich gewundene Bahnen.

Die Erosionskraft der Flutwellen trug viel Boden ab. Damit schufen sie aber nicht nur weitläufige Kanäle, sondern formten zudem zahlreiche Krater auf dem Planeten um. Ein besonderer Fall ist der 25 Kilometer große Einschlagsort Worcester (wahrscheinlich durch einen Asteroiden verursacht). Seine Form lässt die Bewegung der Wassermassen deutlich erkennen.

Der Worcester-Krater
Der 25 Kilometer große Worcester-Krater zeigt klare Spuren der Riesenwellen.
© via ESA/DLR/FU Berlin / CC BY-SA 3.0 IGO

Als der Krater entstand, wirkten immense Kräfte. Diese verdichteten das umliegende Gestein, wodurch es härter wurde. Daher konnten die Flutwellen den Worcester-Krater weniger stark umformen als seine weichere Umgebung.

Das Wasser trug das weniger widerstandsfähige Material ab. Dieses lagerte sich auf einer Seite des Kraters ab. Dadurch entstand eine höher gelegene Erdansammlung, die ganz klar auf die Fließrichtung der Flutwelle schließen lässt.

Wodurch die gigantischen Flutwellen ausgelöst wurden, bleibt noch unklar. Das Forscherteam um Alexis Rodriguez glaubt, dass andere Himmelskörper in den Mars einschlugen. Das soll Megatsunamis ausgelöst haben, die das komplette Meer umformten.

Eine andere Erklärung bietet der DLR-Forscher Ralf Jaumann. Er hält geschmolzenes Grundeis für die Ursache der Riesenwellen. Demnach sollen Vulkane eine große Menge unterirdisches Eis geschmolzen haben. Das entstandene Wasser brach daraufhin mit großer Kraft an die Oberfläche des Planeten und formte sie mit voller Wucht um.

Worcester Höhenangabe
Das Höhenmodell des Worcester-Kraters gibt Aufschluss über unterschiedliche Wasserstände.
© via ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO

Welche der beiden Annahmen auch stimmt, bleibt abzuwarten. Bis dahin formt das Wissen um die Riesenwellen ein ganz anderes Bild vom Roten Planeten. Bis vor drei Milliarden Jahren war der Mars weit von seinem heutigen rostbraunen Aussehen entfernt. Vor seiner Austrocknung war er der Schauplatz riesiger Wassermengen. Da bekanntlich Wasser die Quelle des Lebens ist, stellt sich daher die Frage: Gab es damals auch Leben auf dem Planeten?

Hier gibt es noch mehr spannende Informationen über Wasser und Leben auf dem Mars:

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