Foto: Ross Setford / dpa

Neuseeland erklärte diesen Fluss jetzt offiziell zur Person

vor 2 Monaten

Das hört man auch nicht alle Tage. Eigentlich hat man das noch nie gehört: Neuseeland hat als erstes Land der Welt einen Fluss juristisch zu einer Person gemacht. Warum, verraten wir euch hier:

Mit diesem Schritt kam das Parlament in Wellington einer Forderung von Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, nach. Diese verlangten schon seit mehr als einem Jahrhundert den Whanganui River – der in der Sprache der Maori Te Awa Tupua heißt und auf der Nordinsel des Pazifikstaates fließt – durch ein Gesetz zu schützen.

„Manche Leute werden das einigermaßen seltsam finden“, sagte der für die Verhandlungen mit den Maori zuständige Minister Christopher Finlayson. „Aber das ist auch nicht anders als bei einer Familienstiftung oder einer Firma.“

Da der Whanganui River juristisch zur Person gemacht wurde, kann der Fluss nun zum Beispiel bei Gerichtsverfahren eigenständig vertreten werden. Für die Rechte des Flusses werden zwei Treuhänder eingesetzt. Ein Vertreter der Maori und einer der Regierung.

Das Ganze hört sich zwar erst einmal ziemlich absurd an, doch wie der Verhandlungsminister Chris Finlayson erklärt, wird dadurch die tiefe spirituelle Verbindung zwischen dem Fluss und den Maori anerkannt. Und es würde dabei helfen, seine Zukunft zu schützen. Für die Maori ist das ganz normal. „Ich bin der Fluss, und der Fluss ist ich“, lautet eines ihrer Sprichworte.

Eine tolle Sache, wie wir finden.

Auch interessant: Wir haben die Flussmenschen auf dem Amazonas begleitet. Wie sie leben und warum Kerosin für sie lebenswichtig ist, erfahrt ihr hier:

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