Männliche Fische legen plötzlich Eier – und die Antibabypille ist Schuld daran
University of Exeter

Männliche Fische legen plötzlich Eier – und die Antibabypille ist Schuld

vor 3 Monaten

Fische in britischen Flüssen machen eine unnatürliche Entwicklung durch: Immer mehr Männchen werden Transgenders. Das könnte die Fortpflanzung der Süßwassertiere bedrohen.

Bei einer Studie der Universität Exeter in England stellte der leitende Forscher, Charles Tyler, an 50 verschiedenen Teststellen äußerst Ungewöhnliches fest: 20 Prozent aller männlichen Flussfische, die er untersuchte, zeigten weibliche Merkmale. Sie weisen also Merkmale beider Geschlechter auf. Wie extrem der Wandel hin zum Transgender-Fisch bereits ist, zeigt sich vor allem darin, dass die Männchen auf einmal Eier produzieren. Gleichzeitig ist die Qualität ihrer Spermien schlechter. Zu den untersuchten Fischarten gehört unter anderem das Rotauge:

Rotauge
Jedes fünfte Männchen hat nun auch weibliche Geschlechtsmerkmale.
© University of Exeter

Die „Verweiblichung“ zeigt sich auch am Benehmen der männlichen Fische. Sie sind weniger aggressiv und konkurrieren weniger mit anderen. Das hat weitreichende Folgen: Erstens sind die Tiere deshalb zutraulicher und ergreifen langsamer Flucht vor Fressfeinden. Ihre Überlebenschancen sind also schlechter. Zweitens müssen sich männliche Fische gegen Konkurrenten durchsetzen, um für Weibchen attraktiv zu sein und Nachwuchs zeugen zu können. Wissenschaftler machen sich Sorgen, dass die Fische wegen des veränderten Verhaltens in Zukunft Schwierigkeiten bei der Paarung haben. Außerdem ist unklar, welchen Einfluss der Transgender-Trend auf künftige Generationen haben wird.

Da drängt sich eine Frage auf: Warum entwickeln die Fisch-Männchen überhaupt weibliche Züge? Wissenschaftler machen die Wasserverschmutzung dafür verantwortlich. Plastik und Chemikalien aus Fabriken und Haushalten gelangen trotz Kläranlagen ins Grundwasser und die Flüsse. Besonders schlimm sind Putzmittel, Kosmetika, Medikamente wie Anti-Depressiva und die Antibabypille. Darin befinden sich Hormone, die die Körper der Wassertiere verändern. Was die Verweiblichung der Fische angeht, sehen die Forscher vor allem einen Zusammenhang zu dem Östrogen im Plastik und in den Rückständen von Antibabypillen. Das Sexualhormon ist nämlich dafür zuständig, dass weibliche Körpermerkmale ausgebildet werden.

Was die Chemikalien sonst noch mit den Wassertieren anstellen, ist momentan nicht bekannt. Aber Tyler ist überzeugt, dass die Studie ein Schritt in die richtige Richtung ist: „Wir zeigen, dass manche der Chemikalien einen viel größeren Einfluss auf die Gesundheit von Fischen haben, als wir dachten.“, so der Biologe. Weitere Forschungen sind sehr wichtig, um dem Problem entgegenzuwirken. So, wie es jetzt aussieht, hält Tyler es allerdings für möglich, dass die nächsten Fisch-Generationen noch mehr körperliche Veränderungen zeigen.

Außerdem gilt es herauszufinden, wie weit die Transgender-Fische verbreitet sind. Die Studie hat zwar 50 verschiedene Orte untersucht, allerdings nur in England. Ob es die mutierten Fische auch in anderen Ländern gibt, muss noch genau untersucht werden.

Die schockierende Entdeckung zeigt, wie wichtig der Schutz unserer Umwelt ist. Wir müssen die Gewässer unseres Planeten unbedingt von all dem Müll befreien. Denn je länger er drin ist, desto gefährlicher wird er. Zwei Australier kämpfen ganz besonders für dieses Anliegen. Sie entwickelten den „Seabin“, einen Mülleimer für’s Wasser. Was der alles kann, seht ihr hier:

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