Es gab einen riesigen Urzeithai und jetzt wissen wir, warum er ausgestorben ist
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Jetzt wissen wir, warum der gefräßigste Monsterhai der Geschichte ausgestorben ist

vor 3 Monaten

Vor einigen Millionen Jahren gab es auf der Welt noch eine viel größere Artenvielfalt als heute. Doch dann starben viele Tiere aus – so auch der Megalodon, der größte und gefräßigste Hai, den es jemals gab. Wieso sich das gefährliche Meeresraubtier nicht überleben konnte, war Forschern bisher ein Rätsel. Jetzt meinen sie, es gelöst zu haben.

Der Carcharocles megalodon war über 20 Millionen Jahre lang eines der größten Monster, das sich in den Tiefen des Meeres herumtrieb. Untersuchungen seiner Fossilien ergaben, dass er ungefähr so ausgesehen hat:

Der Magalodon
In der künstlerischen Darstellung sieht man, wie der urzeitliche Riesenhai auf zwei Wale Jagd macht.
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Er erreichte eine Körperlänge von rund 18 Metern:

Megalodon
Der Megalodon (grau und rot) war um ein Vielfaches größer als der Walhai (lila), der Weiße Hai (grün) oder ein Mensch (schwarz).
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Sein Gebiss war voller riesiger Zähne, die ihn zum perfekten Raubtier machten:

Rekonstruktion des Megalodon
Der Urzeithai hatte ein riesiges Gebiss und viele scharfe Zähne.
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Zahn eines Megalodon
Der Zahn des Magalodon ist um ein Vielfaches größer als die Zähne aller heutigen Haiarten.
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Der Megalodon tauchte vor 23 Millionen in der Weltgeschichte auf, verbreitete sich in weiten Teile der Erde und verschwand ganz plötzlich vor 2,6 Millionen Jahren. Doch was machte dem größten Hai des Planeten den Gar aus? Bisher dachte man, das klimatische Veränderungen daran Schuld waren. Allerdings hat der Megalodon in all den Millionen Jahren seiner Existenz so viele Klimaveränderungen überstanden, dass diese Theorie unwahrscheinlich ist. Forscher der Universität Zürich wollten es genauer wissen. Sie untersuchten 200 Megalodon-Funde aus einem Zeitraum von 20 Millionen Jahren, die in Museumssammlungen und in Datenbanken erfasst sind. Damit rekonstruierte das Team um Catalina Pimiento Hernandez die komplette Entwicklung und Verbreitung des prähistorischen Tiers.

Dabei kam heraus: Der Megalodon lebte bis vor rund 16 Millionen Jahren auf der Nordhalbkugel – in den Gewässern um Europa, vor Amerika und im Indischen Ozean. Dann breitete er sich weiter aus. Der Urzeithai drang bis zu den südamerikanischen, asiatischen und australischen Küsten vor. Zu dieser Zeit lebten die meisten Megalodons auf der Welt. Dann, vor 5 Millionen Jahren, wendete sich das Blatt und es gab immer weniger von ihnen.

Zeitgleich kündigte sich eine baldige Eiszeit an. Allerdings schien die auf den Urzeithai keinen Einfluss zu haben, wie die Leiterin der Studie betont: „Wir konnten keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Aussterben des C. megalodon und den weltweit schwankenden Temperaturen in dieser Zeit feststellen. Die sich verändernden klimatischen Bedingungen scheinen keinen Einfluss auf die Populationsdichte und auf die Reichweite der Riesen-Haie gehabt zu haben.“, so Pimiento Hernandez.

Das ist der wahre Grund für das Aussterben des Megalodons

Die Forscher denken, der Grund war ein anderer: Viele der kleineren Tiere waren nicht so gut auf die Klimaveränderungen der kommenden Eiszeit vorbereitet wie der Megalodon. Deshalb starben viele von ihnen aus. 55 Prozent des Meeressäugetier-Arten starben aus. Bei den Meeresvögeln verschwanden 35 Prozent der Arten und bei den Haien neun Prozent.

„Unsere Modelle ergaben, dass besonders Warmblüter mit hohem Energiebedarf eine größere Aussterbewahrscheinlichkeit hatten.“, so Pimiento Hernandez. Insgesamt starben vor rund drei bis zwei Millionen Jahren ein Drittel der Urzeit-Riesentiere. Zu ihnen gehörten mehrere Seekuh- und Bartenwalarten und der Megalodon. Wegen seiner Größe musste er natürlich sehr viel fressen, hatte plötzlich aber weniger Futter zur Verfügung. Zusätzlich entwickelten sich neue Meeresraubtiere wie der Vorfahre des Weißen Hais und des Schwertwals. Die machten ihm die sowieso schon kleine Anzahl an Beutetieren streitig. Dem Megalodon starb die Nahrungsquelle weg und er ging mit ihr unter.

Auch heute steht es nicht gut um manche Haiarten. Viele sind vom Aussterben bedroht. Wir treffen die Männer, die sie retten wollen und Weiße Haie jagen, um sie mit GPS-Trackern auszustatten:

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