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Forscher beweisen: Der Regenwald des Amazonas wurde von Urvölkern gezielt bepflanzt

vor 3 Monaten

Der Regenwald des Amazonas gilt als unberührte Natur. Doch nun fanden Forscher etwas Erstaunliches heraus: Das Gebiet wurde bereits vor Jahrtausenden von Urvölkern bepflanzt.

Ein internationales Team von Ökologen untersuchte über tausend Wälder im Amazonasgebiet. Sie achteten dabei besonders darauf, welche Pflanzenarten dort vorkommen und wie sie in der Gegend verteilt sind. Gleichzeitig sammelten sie Informationen über die Fundorte von mehr als dreitausend archäologischen Stätten. Diese waren teilweise bis zum 15. Jahrhundert Siedlungen südamerikanischer Ureinwohner.

Im Rahmen der Studie verglich das Forscherteam das Vorkommen von 85 ausgewählten Baumarten mit der Lage der ehemaligen Ortschaften. Dabei stellten sie einen unerwarteten Zusammenhang fest: Bestimmte Pflanzen häufen sich im Umkreis der Siedlungsspuren.

Offensichtlich ist das Amazonasgebiet also nicht so unberührt wie es bisher den Anschein hatte. Die Urvölker begannen bereits vor circa 8.000 Jahren mit dem Anbau bestimmter Pflanzen. Aus diesen zogen sie unterschiedliche Vorteile. Manche Bäume und Palmen eigneten sich gut als Unterschlupf. Andere waren eine willkommene Nahrungsquelle und lieferten Nüsse oder Obst. Dazu zählen beispielsweise der Kakaobaum, der Paranussbaum und der Kohlbaum.

Der Kakaobaum
Die südamerikanischen Urvölker ernährten sich von den Kakaofrüchten und pflanzten deshalb besonders viele von diesen Bäumen.
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Die Forscher gehen davon aus, dass solche Pflanzenarten daher gezielt in den Siedlungen der Naturvölker angebaut wurden. Dies ist sogar an der heutigen Verteilung der Regenwaldpflanzen noch klar erkennbar. Obwohl die Siedlungen längst zerstört sind, wachsen die Lieblinge der Urvölker noch immer vermehrt in diesem Bereich: Sie kommen sogar fünfmal häufiger vor als die dort natürlich wachsenden Sorten.

Mit ihrer gezielten Bebauung des Regenwalds formten die Naturvölker nicht nur die heutige Pflanzenwelt, sondern auch den Lebensraum unzähliger Tierarten. So gesehen ist das Amazonasgebiet vielmehr ein riesiger angelegter Garten als der ursprünglichste Wald der Welt. Oder wie Carolina Levis, eine der Forscherinnen, es formuliert: „Das lebendige Erbe der früheren Bewohner“.

Der Amazonas hält noch ganz andere Überraschungen bereit. Wie ein Teil der heutigen Bevölkerung inmitten des Flusses lebt, könnt ihr hier sehen:

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