Ein Billionen Tonnen schwerer Eisberg ist jetzt von der Antarktis abgebrochen
NASA/John Sonntag

Ein Billionen Tonnen schwerer Eisberg ist jetzt von der Antarktis abgebrochen

vor 2 Wochen

Update vom 13.07.2017:

Was schon länger von Forschern befürchtet wurde, ist jetzt Realität. Ein riesiger Eisberg mit der siebenfachen Größe von Berlin hat sich von der Antarktis gelöst. Er gehörte zum Larsen C Schelfeis und ist in den vergangenen Monaten rapide gewachsen. Jetzt treibt er auf dem offenen Ozean – mit einer Größe von 6.000 Quadratkilometern und einer Länge von 175 Kilometern. Das ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland.

Der Bruch muss irgendwann zwischen Montag und Mittwoch passiert sein. Es wird wohl zwei bis drei Jahre dauern, bis der Eisberg – der wohl den Namen A68 bekommen soll – komplett geschmolzen ist.

Entgegen vieler Befürchtungen wird sich das nicht auf den Meeresspiegel auswirken, denn A68 ist ja schon vorher auf dem Wasser geschwommen. Ein anderes Problem könnte aber sein, dass sich der übrig gebliebene Teil von Larsen C komplett verändert. Der Fluss von Gletschereis könnte an anderen Stellen entlang laufen als zuvor. Das wiederum könnte einen Einfluss auf den Meeresspiegel haben. Könnte.

Update vom 09.06.2017:

Eine gigantische Eismasse, die größer als Saarland ist, wird sich demnächst in der Antarktis vom restlichen Eis lösen. Mittlerweile ist der Riss im Eis mehr als 200 Kilometer lang. Adrian Luckman, der Leiter des Antarktis-Projekts Midas, schreibt auf Twitter: „Er bewegt sich unaufhaltsam zum Kalben.“ Als Kalben wird das Abbrechen größerer Eismassen von im Meer oder Binnengewässern endenden Gletschern bezeichnet.

Auf dem offiziellen Twitter-Account von „Project Midas“ wurde zudem kürzlich mitgeteilt, dass der Riss im Larsen-Schelfeis in den letzten Tagen um 17 km gewachsen sei und nun nur noch 13 km von der Eisfront entfernt läge.

Wann genau sich die Eismassen vom Schelfeis lösen werden, lässt sich noch nicht sagen. Im Grunde kann das jederzeit passieren: „Es kann sein, dass es heute passiert oder noch ein oder drei Monate dauert“, so Daniela Jansen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Fest steht nur, dass es früher oder später passieren wird. Verantwortlich dafür ist die globale Erwärmung.

Originalmeldung vom 12.12.2016

Die Antarktis besteht aus Eis. Viel Eis. Die Eisplatten werden allerdings durch die globale Erwärmung bedroht. Jetzt wurde ein riesiger Riss mit einer Länge von 130 Kilometern gefunden, durch den ein Teil abbrechen könnte.

Update: Die NASA hat jetzt Fotos von Larsen C veröffentlicht, die den riesigen Riss zeigen. Demnach ist er über 90 Meter breit und einen halben Kilometer tief.

Antarktis

Riss in Larsen C
Neue Fotos der NASA zeigen die enormen Ausmaße.
© NASA/John Sonntag

Artikel vom 23. August: Am Rande des Festlandes der Antarktis befindet sich Schelfeis (oder auch Eisschelf genannt). Das sind große Eisplatten, die zwar auf dem Meer schwimmen, aber noch mit dem Inlandeis verbunden sind. Nach und nach brechen dort Eisberge ab, das wird als Kalben bezeichnet.

Dafür sorgen Risse, die durch die globale Erwärmung verursacht werden. Ein solcher Riss ist jetzt in einem bestimmten Schelfeis gesichtet worden. Und der ist größer als groß.

Antarktis

Das Larsen-Schelfeis
trifft auf das offene Meer.
© NASA Photo / Jim Ross

In der Antarktis gibt es mehrere bekannte Eisschelfplatten. Im Nordwesten befindet sich das Larsen-Schelfeis. Es ist nach dem norwegischen Kapitän Carl Anton Larsen benannt, der 1893 an dem Schelfeis entlang segelte. Dieses Schelfeis wird in vier Teile gegliedert, die in unterschiedlichen Buchten liegen. Larsen A, Larsen B, Larsen C und Larsen D.

Larsen C – die größte der vier – ist mit 48.600 Quadratkilometern die viertgrößte Eisschelfplatte in der Antarktis überhaupt – das ist die Hälfte von Island. Und die könnte bald zerbrechen. Denn in den vergangenen fünf Monaten haben Wissenschaftler beobachtet, dass ein bereits vorhandener Riss um nochmal 22 Kilometer auf insgesamt 130 Kilometer angewachsen ist. Sie befürchten, dass sich dadurch bis zu zwölf Prozent der Eisschelfplatte lösen könnten.

Hier sieht man, wie sich der Riss vergrößert hat:

Bereits letztes Jahr haben Forscher beschrieben, wie rapide die Oberfläche von Larsen C schmilzt. Der Eisberg, der kalben könnte, hätte eine Größe von 6.000 Quadratkilometern. Das ist fast so groß wie die Mittelmeer-Insel Zypern.

Wann das passiert, können die Wissenschaftler schwer vorhersagen. Aber es würde eine Gefahr für das gesamte Larsen C darstellen. Der Eisberg könnte quasi „zurück“ auf das Schelfeis fallen und es noch instabiler machen – und in der Folge weitere Teile davon abbrechen.

Würde Larsen C komplett zerbrechen, bedeute dies eine Anhebung des Meeresspiegels um 10 Zentimeter – eine enorme und beängstigende Größe. Doch das ist eher die Theorie. In der Praxis, so hoffen Wissenschaftler, würde ein Verlust von Teilen von Larsen C keine Bedrohung sein. Zumindest für den Moment. Forscher haben nämlich bereits ausgerechnet, wie viel Eis die Antarktis verlieren darf, ohne, dass wir direkt davon betroffen sind – oder vielmehr der Meeresspiegel.

Larsen C wäre nicht die erste verlorene Schelfeis-Platte

Tatsächlich ist Larsen C nicht der erste Teil, der bedroht ist. Larsen A und B sind bereits zerbrochen. Larsen A löste sich schon im Januar 1995 auf, Larsen B 2002. Bei Letzterem lief es genau so ab, wie es jetzt bei Larsen C aussieht. Ein Riss entstand, der eine Eisplatte mit einer Größe von 3.250 Quadratkilometern ablöste. Das ist größer als das Saarland. Und insofern beängstigend, als dass dieses Eisschelf über 10.000 Jahre lang stabil war. Larsen A hingegen gab es erst seit 4.000 Jahren.

Antarktis

Larsen B zerbricht 2002
Eine Fläche so groß wie Rhode Island spaltet sich ab.
© via Wikimedia/Global Warming Art/CC BY-SA 3.0

Die Auflösung von Larsen B führte zu einem beschleunigten Abfluss der dahinter befindlichen Eisströme ins Meer. Je nach Größe kann das zum Ansteigen des Meeresspiegels führen.

Antarktis

Larsen B
verabschiedet sich.
© NASA Goddard Space Flight Center/CC BY 2.0

Momentan bleibt nicht viel, außer abzuwarten und zu hoffen, dass die Folgen nicht allzu verheerend sind. Was wir dagegen tun können? Anfangen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Und das kann jeder einzelne von uns.

Was durch die globale Erwärmung passiert, sehen wir jetzt schon ständig – am Wetter. An vielen Orten der Welt fällt es von einem Extrem ins Nächste. Wir stellen euch ein paar davon vor:

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